Aus der Presse
Kehl. Der Ort hätte passender nicht sein können. Musikalisch sollte der Weg zum Frieden beschritten werden, allerdings nicht ohne auf die Schrecken von Krieg und Zerstörung hinzuweisen. Nach einleitenden Worten von Bezirkskantorin Carola Maute erklang aus dem hinteren Teil der Kirche Mendelssohn-Bartholdys »Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für«. Capella Vocale, das mittlerweile seit 30 Jahren besteht, verdeutlichte unter Leitung von Daniel Lembeck die dramatische Wirkung dieser Kompositionen.
Friedenskirche passender Ort für »Capella Vocale«-Auftritt
Es gilt immer wieder neu, sich bewusst zu werden, wie verletzlich der Friede als Gut der Menschheit ist. Mit ihrem Konzertprogramm »Le Tour de la Paix« (Weg zum Frieden) möchte die Capella Vocale Münster einen Beitrag leisten, diesen Frieden zu wahren und zu stärken. Auf ihrer Konzerttour im Elsass legten die 40 Sängerinnen und Sänger am Freitag einen Zwischenstopp in der Kehler Friedenskirche ein.
Dass ein Chor zum Teil schon lange vor dem ersten Advent beginnen muss, ein weihnachtliches Proggrgamm zu erarbeiten, liegt auf der Hand. "Gerade beim Singen geht das auch gar nicht anders. Das ist sozusagen Sachzwang", erklärt Bernadette Randerath (60), langjährige Sängerin in der Capella Vocale. Axel Koppetsch, Tenor, ergänzt: "Mir macht das Proben weihnachtlicher Musik ab Oktober nichts aus,
im Gegenteil: Jenseits des religiösen Rahmens passen die Stücke eigentlich immer zur früh hereinbrechenden Dunkelheit."
Wann Weihnachten anfängt? "Weihnachten endet nie", erklärt Daniel Lembeck, Leiter des Kammerchors Capella Vocale Münster. Das klingt zwar zunächst nach einem Scherz, hat aber doch einen Tieferen Sinn. Es kommt dem 30-jährigen Chorleiter auf die Auseinandersetzung mit den Inhhalten der Weihnachts-Chorliteratu an. Und die sind im Grund zeitlos.
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Die Capella-Vocale hat neben dem üblichen Weihnachtsprogramm in den vergangenen Jahren auch zwei CDs mit weihnachtlicher Musik aufgenommen. Die Proben hierfür fingen bereits im März an. "Das ist schon schwierig", sagt Bernadette Randerath. Für Axel Koppetsch (47) sieht die Sache anders aus: "Für mich wär es nochschwieriger, Weihnachtslieder nur im Dezember, dafür aber auf der Südhalbkugel, zum Beispiel bei heissen 35 Grad in Australien, zu singen...